Kleine Gruppe – große Wege

Herbstwanderung am 23.10.2021 von Bad Honnef nach Erpel

Unter der 3 W-Regel (Wandern – Wald – Wein) fand die diesjährige Herbstwanderung statt. Eine kleine Gruppe machte sich aus dem kühlen Holzlar mit Bus und Bahn auf nach Bad Honnef. Beim Aussteigen aus der Bahn konnten die Wanderer den Drachenfels mystisch in Frühnebel verhüllt erblicken. Auf unbekannten Pfaden durch Bad Honnef ging es über steile Pfade und Wege zum „Auge Gottes“. Der Legende nach wurde der Bildstock mit der Darstellung des alles sehenden „Auge Gottes“ aus Dankbarkeit von den Bauern der Gegend errichtet, weil an dieser Stelle einem Grafen bei der Jagd das Auge Gottes erschienen war. Tatsächlich ließ ein Gastwirt aus Rheinbreitbach im 19. Jahrhundert den Bildstock an dieser Kreuzung wichtiger Verbindungswege errichten, um Holzdiebe abzuschrecken.

Unter „Aufsicht“ wurde der erste Wein geöffnet und gleichzeitig blinzelte die Sonne hervor. Gut gestärkt ging es mit Herausforderungen durch Matsch und Windbruch weiter zur Bruchhauser Heide. Dort erinnerte die Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten während des zweiten Weltkrieges an die schlimmen Bombardierungen auf Erpel im Kampf um die Ludendorffbrücke – besser bekannt als „Brücke von Remagen“. Über Wiesen und Felder auf der „Bruchausener Heide“, vorbei am Gut Haanhof, erfolgte der nächste Stopp an einer wunderschön gelegenen Rastmöglichkeit mit Blick auf Rhein, Remagen und Unkel. Hier konnten die Wanderer an auf sogenannten „Baumelbänken“ die Beine erst mal baumeln lassen. Die Weinberge erinnerte wieder an die Einhaltung der dritten W-Regel!

Nach dieser gemütlichen und geselligen Pause entschied sich die Gruppe, direkt in das schöne Erpel zu wandern und dort einzukehren. Auf dem Weg ins Tal war der nächste Foto-Stopp an der Kaskade von Unkel am Ausgang des Hähnerbachtal. Der idyllische kleine Wasserfall stürzt aus 7 Meter Höhe aus einem oberhalb liegenden Staubecken herab, das ursprünglich zur Usrbachsmühle aus dem 15. Jahrhundert gehörte. Der Ursbach selbst entspringt unterhalb von Bruchhausen und durchfließt die Flure „Im Hähnen“, daher der Name „Hähnerbachtal“. Berühmt wurde die Tochter eines Müllers, Margarete Flesch, die den Franziskanerorden in Waldbreitbach gründete und im Jahr 2007 unter ihren Ordensnamen Mutter M. Rosa Flesch vom Papst selig gesprochen wurde. Der letzte Müller, Josef Scholl stellten den Betrieb wegen Unrentabilität in den 1880er Jahren ein. Die Ursbachmühle musste 1973 dem Streckenausbau weichen.

Die zu Tischen umgenutzten Mühlensteine am Rastplatz vor dem Wasserfall erinnern an die Mühle. Der Unkeler Verkehrs- und Verschönerungsverein richtete am Wasser einen Rastplatz ein und legt dann einen Wanderweg durch das Tal nach Bruchhausen. Seitdem spricht man von der „Kaskade“ in der „Unkeler Schweiz“. Entlang des Bruchhausener Bachs ging es durch den Wald Richtung Orsberg. Der Weg von dieser Anhöhe nach Erpel wurde begleitet von wunderschönen Ausblicken auf das Rheintal bei sonniger, farbenfroher Herbstlandschaft.

Am Ortseingang liegt die Mariengrotte, die zum Anhalten und betrachten einlud. In diesem ehemaligen Bergstollen – auch „Zwergenloch“ genannt – fand viele Menschen im 2. Weltkrieg Zuflucht vor den schweren Bombenangriffen auf Erpel. Als Dank für den Schutz errichteten Erpeler Familien diese Gedenkstätte. Die Gruppe hatte nun viel Zeit für den schönen historischen Ortskern von Erpel. Aber auch moderne Elemente vom „online Bänkchen“ bis zur „Piep-Show“ entdeckte die Gruppe mit einem Schmunzeln.

Mit diesen vielen Eindrücken kehrte die Gruppe zum Abschluss am Erpeler Markt in die Gaststätte „om Maat“ ein. Dort wurde die Gruppe herzlich und gut betreut vom Gastwirt Peter Wolf und seinem Team. Das Essen ist dort sehr zu empfehlen. Mit Zug ging es von Erpel nach Beuel zurück. Mit der Busfahrt nach Holzlar endete die Wanderung.

Die nächste Wanderung ist für den 23.04.2022 geplant.

Ein Beitrag von Simone Himmel

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